Etappe 4: Martinsmadhütte SAC - Bifertenhütte AACB
Die vierte Etappe ist mit über 9 Stunden Gehzeit und 2000m Aufstieg die längste. Mühsames und schwieriges Gelände befinden sich zwischen Martinsmadhütte SAC und Bifertenhütte AACB. Wer nicht sehr gut in Form ist, sollte eine Zwischenübernachtung in der unbewarteten Panixerpasshütte in Erwägung ziehen. Weite Teile der Tour, vor allem in der ersten Hälfte, führen zudem durch hochalpines, wegloses Gelände durch Fels und Eis. Gleich zu Beginn müssen drei Steilstufen durchstiegen werden, teilweise mit Kletterstellen. Es folgt die Querung eines Gletschers und eine schöne Gratwanderung über den Bündner Vorab. Bald danach muss man jedoch den Grat verlassen und durch unwegsames Gelände an dessen Flanke entlang queren zum zweiten Gipfel des Tages, dem Crap Tgietschen / Rotstock. Der zweite Teil der Tour ab dem Panixerpass / Pass dil Veptga führt zwar durch leichteres Gelände und ist markiert, dennoch muss man hierfür viel Zeit einplanen, da die Markierung nicht besonders gut ist und man häufig die richtige Route suchen muss. Durch zwei mit vielen kleinen Schluchten und Tälern durchzogene Dobel und über zwei Pässe erreicht man schliesslich die Hochebenen unterhalb des Kistenpass.
Routenverlauf
Martinsmadhütte SAC – Ober Maad – Glatscher dil Vorab / Vorabgletscher – Vorabsattel – Bündner Vorab – Crap Tgietschen / Rotstock – Panixerpass / Pass dil Veptga – Carauns – Fluaz – Cuolm da Nuorsas – Fuorcla da Gavirolas – Falla Lenn – Bifertenhütte AACB
Höhenangaben
Ausgangspunkt: Martinsmadhütte SAC 2004m
Zielpunkt: Bifertenhütte AACB 2481m
Aufstieg: 2017m
Abstieg: 1540m
Höchster Punkt: Bündner Vorab 3028m
Tiefster Punkt: Martinsmadhütte SAC 2004m
Gehzeiten
Martinsmadhütte SAC – Bündner Vorab: 2 Std. 50 min 3 Std. 05 min
Bündner Vorab – Crap Tgietschen / Rotstock: 2 Std. 15 min 2 Std. 10 min
Crap Tgietschen / Rotst. – Panixerp. / P. dil Veptga: 25 min 25 min
Panixerpass / Pass dil Veptga – F. da Gavirolas: 2 Std. 25 min 2 Std. 45 min
Fuorcla da Gavirolas – Falla Lenn: 1 Std. 1 Std.
Falla Lenn – Bifertenhütte AACB: 25 min 30 min
Insgesamt: 9 Std. 20 min 9 Std. 55 min
Wegbeschreibung
Alpiner Aufstieg zum Bündner Vorab
Von der Martinsmadhütte SAC (2004m) über die Steilstufe zurück zur Hochebene von Ober Maad. Am Wegweiser geradeaus. Die Hochebene überqueren. In Schuttgelände wieder zunehmend ansteigen. Leicht rechts halten an einem Bach entlang den weiss-blau-weissen Markierungen folgen, bis zur Felswand. Die ca. 100m hohe Steilstufe ist mit Ketten gesichert. Immer an den Ketten entlang, wechselnd Querungen in steiler Wand und Kletterstellen. Oben bei Pt. 2204m aus der Wand aussteigen. Rechts halten, zunächst recht flach. Bald wieder etwas links durch Geröll, den Markierungen und Steinmännchen folgen. Zunehmend wieder steiler aufwärts. Zunehmend weniger Geröll, dafür über glatte Felsplatten, auf denen man Halt suchen muss. Bald auf einer sehr schrägen und langen Felsplatte wieder an einem Seil aufwärts. Weiter hinauf auf ein kleines Plateau. Diese kurz flach überqueren auf die nächste Steilstufe zu. Diese sieht zunächst steil aus, ist aber einfach zu durchsteigen, zunehmend steiler bis auf einen Grat. Hier links halten. Bald wieder links zwischen grossen Felsblöcken hindurch. Mitten in der Felslandschaft gabelt sich die Route, Auf grosse Steine geschriebene Richtungen weisen links Richtung Grisch und rechts zum Vorab. Den weiss-blau-weissen Markierungen Richtung Vorab folgen bis zum Glatscher dil Vorab / Vorabgletscher. Die Markierungen hören hier auf. Geradeaus auf den Gletscher. Den Gletscher überqueren. Kurz vor dem Fuss des Glarner Vorabs links auf dem Gletscher bleiben. Bald wieder etwas rechts aufwärts halten, immer auf dem Eis bleiben und auf die beiden Pfosten des Skilifts vor der grössten Steigung des Gletschers zu gehen. Eventuell können Steigeisen notwendig sein. Bei den Pfosten die Skiliftspur überqueren. Links davon parallel zum Skilift aufsteigen. An einigen kleinen Spalten kann leicht vorbei gegangen werden. Etwas links des Skilifts in die Mulde hinein. Am höchsten Punkt der Mulde, wo von rechts die Skipiste von der Bergstation des Skilifts herunter kommt, den Gletscher verlassen und über Steine in den Vorabsattel (2929m). Links, steil, aber einfach auf dem Schuttgrat hinauf zum Gipfel des Bündner Vorab (3028m), nun wieder weiss-blau-weissen Markierungen folgen.
Vom Bündner Vorab zum Crap Tgietschen / Rotstock
Rechts auf dem Grat abwärts. Weglos, aber weiss-blau-weiss markiert am Grat entlang hinunter in eine Lücke (Pt. 2986m). Von dort wieder hinauf auf den nächsten Gipfel (Pt.2998m). Auf breitem Rücken abwärts. Zunächst den weiss-blau-weissen Markierungen folgen, diese hören jedoch bald wieder auf (zukünftig soll wohl die gesamte Route bis zum Panixerpass / Pass dil Veptga markiert werden). Weglos und ohne Markierungen immer links nahe der Gratkante bleiben. Auf breiter Halde abwärts. Eine kurze Steilstufe hinunter zum Sattel (Pt. 2755m) etwas rechts, ein Stück weg von der Gratkante, absteigen. Auf der anderen Seite wieder sehr steil aufwärts. Anfangs auf undeutlichen Wegspuren, bald jedoch geradewegs den steilen Hang hinauf. Wieder an die Gratkante und zum höchsten Punkt (Pt. 2829m). Hier macht der Grat eine scharfe Rechtskurve. Ein Stück leicht bergab. Noch kurz vor dem tiefsten Punkt den Grat verlassen und links direkt steil absteigen. Ab hier kann nur eine sehr grobe Beschreibung gegeben werden. Die Route verläuft bis zum Crap Tgietschen / Rotstock durch unwegsames Gelände ohne Wegspuren oder Markierungen. Unter dem Felsen von Pt. 2833m rechts queren. Weiter quer zum Hang leicht abwärts, parallel unterhalb des Grates. In die kleine Hochebene unterhalb Crena Martin und oberhalb der Fuorcla da Siat. In die Mitte des Tals queren. Absteigen und dabei stets rechts halten. Stellenweise sehr steil und unwegsam, über schräge Felsplatten. Etwas unterhalb der Felsen, die zum Grat aufragen weiter am Hang entlang queren. Sehr steiles Gelände, teils steinige Rinnen, teils Grashalden, immer weglos. Schliesslich in Blockgelände hinein. Zwischen sehr grossen Felsblöcken im Blockgelände rechts halten und wieder aufsteigen. Die Orientierung ist sehr schwierig, da man aufgrund der grossen Felsen nicht sieht, wo man sich genau befindet. Immer schräg nach vorne aufwärts, bis die grossen Blocks aufhören. Etwas weiter hinauf, bis kurz unter den Felsriegel. Links unterhalb der Felsen entlang und am Ende der Felswand rechts hinauf in eine Scharte (Pt. 2584m). Die Scharte überqueren und gleich danach links halten auf eine Steilstufe zu. Diese durch einen von mehreren Felskaminen leicht überwinden. Über den flachen Gipfelaufbau zum höchsten Punkt des Crap Tgietschen / Rotstock (2624m).
Abstieg zum Panixerpass / Pass dil Veptga
Rechts halten, zunächst flach, dann kurz sehr steil hinunter. Immer geradeaus. Bald trifft man auf eine blau markierte Wegspur. Immer den Markierungen abwärts folgen. Kurvenreich zwischen Felsen und über kleine Stufen hinunter. Schliesslich kurz an einer Felswand entlang, dann rechts hinunter in eine Ebene. Diese überqueren zum Panixerpass / Pass dil Veptga (2403m).
Übergang zur Fuorcla da Gavirolas
An der Schutzhütte links. Gleich darauf dem rechten Weg und den weiss-rot-weissen Markierungen folgen. Leicht abwärts in eine Hochebene. Diese in weitem Bogen überqueren. Auf gutem Weg bis an die Abbruchkante. Über die Kante und weiter auf gutem Weg im Zickzack die steile Flanke von Carauns hinunter bis in den Talgrund. Den Bach überqueren. Ein kurzes Stück weiter auf dem Weg bis zum Wegweiser (Pt. 2131m). Rechts weglos über die Wiese. In ein kleines Tal hinein. Im Tal aufwärts auf schwachen Wegspuren, ab und zu hat es weiss-rot-weisse Markierungen. Bei der letzten Markierung weiter geradeaus weglos und ohne Markierungen durch das Tal. Kurz vor Ende des Tals links aus dem Tal heraus. Den Hang weiterhin weglos queren. Auf den gut erkennbaren Rücken unterhalb des Grates Fil da Fluaz zu halten. Bald trifft man wieder auf Wegspuren und Markierungen (an welcher Stelle die Route das kleine Tal verlassen hat, war nicht ersichtlich). Diesen auf den Rücken folgen. Einem der vielen Pfade um den Grat herum folgen. Zunächst eben am Berg entlang. Bald wieder geradeaus auf breiter Wiese von Fluaz leicht ansteigen. Vereinzelte Markierungen zeigen an, dass man richtig ist. Auf einer kleinen flachen Ebene (bei Pt. 2427m) links halten. Kurz steil nach unten, dabei den Wegspuren wieder etwas nach rechts folgen. Weiter eben über die Wiesen. Links oberhalb einer steilen Schlucht zum Bach, keine eindeutigen Markierungen. Den Bach über eine Brücke (Pt. 2335m) überqueren (eventuell etwas am Bach zurückgehen, es kann leicht passieren, dass man zu spät links abbiegt). Nach der Brücke links, etwas aufwärts. Um eine weitere kleine Bergecke herum ins nächste Tal. Auch hier wieder direkt zum Bach, wie vorher keine Markierung (wenn man in ein breites Bachbett gelangt, ist man schon zu weit und muss etwas zurückgehen). Wieder über eine Brücke. Danach links, aufwärts. Den Wegspuren folgen. Immer direkt an den Felsen entlang, nicht links hinunter in die Wiese, auch wenn einige Pfadspuren dazu verleiten. Auf die vereinzelten weiss-rot-weissen Markierungen achten. Quer über eine kleine Steilstufe auf nun gutem Pfad zum Wegweiser auf Cuolm da Noursas (2330m). Rechts abbiegen. Zunächst fast eben, dann zunehmend steiler geradewegs auf die Fuorcla da Gavirolas zu. Immer am Bach entlang. Vor einer kleinen Steilstufe den Bach nach rechts überqueren und die Steilstufe umgehen. Die Wegspuren und Markierungen hören auf. Wieder leicht links halten und durch wegloses Gelände steil aufwärts. Kurz vor der Passhöhe trifft man wieder auf einen sehr steilen Pfad. Auf diesem die letzten Meter hinauf in die Fuorcla da Gavirolas (2526m).
Querung zur Falla Lenn
Rechts halten, kurz auf dem Grat entlang. Bevor dieser zunehmend ansteigt, links auf schwachem Pfad durch die Südflanke des Crap Ner. Danach eine Hochebene queren. Kurz hinauf auf die nächste Hochebene. Kurz durch Blockgelände. Fast eben in weiter Rechtskurve in den breiten Talschluss Cavorgia da Vuorz hinein, ein mit vielen Schluchten durchzogener Kessel. Zunächst geradeaus eben am Berg entlang. Der markierte Weg liegt etwas unterhalb der von den Steinmännchen gekennzeichneten Route. Eventuell nach links absteigen, bis man die Markierungen findet. Die gesamte Route bis Falla Lenn ist sehr schlecht markiert und meist weglos. Vor allem Richtungsänderungen der Route sind häufig nicht direkt angezeigt. Genug Zeit einplanen, um den Weg zu suchen. Über eine kleine Steilstufe hinunter in ein erstes Tal. Den Bach überqueren. Auf der anderen Seite wieder etwas bergauf. In ständigem Auf und Ab zwischen grossen Felsen durch mehrere kleine Rinnen den Talschluss durchqueren. Eine genaue Wegbeschreibung kann hier nicht gegeben werden. Auf Steinmännchen und weiss-rot-weisse Markierungen achten und immer wieder die Route suchen. In einer Rinne muss man gut nach einem geeigneten Durchgang suchen, da sie sehr steil ist. Nach der Querung des Tals wieder etwas links halten über eine Schotterebene leicht abwärts. Nochmals eine sehr steile und schwierig zu querende Rinne durchsteigen. Danach auf schwacher Wegspur nur wenig ansteigen. Um einen Bergausläufer herum flach in die Falla Lenn (2576m).
Von der Falla Lenn zur Bifertenhütte AACB
Auf der anderen Seite des Passes absteigen. Zunächst steil. Dann flacher in ein kleines Tal hinein. Wenn sich die Wegspuren verlieren rechts halten, bis man auf einen guten Weg trifft. Auf diesem links. Über eine kleine Ebene. Bald beginnt der Weg leicht abzufallen. An einer Gabelung rechts auf einen schwachen Wiesenweg. Diesem zunächst durch Wiesen, dann durch ein kleines Tal hindurch folgen an den Rand einer Hochebene. Zunächst rechts oberhalb der Ebene entlang, dann weglos in die Ebne hinein. Diese direkt Richtung Bifertenhütte AACB queren. Leicht aufsteigen auf einen guten Weg. Auf diesem rechts in wenigen Metern zur Bifertenhütte AACB (2481m).
Abkürzmöglichkeiten
keine
Weitere Informationen
Schwierigkeit
Martinsmadhütte SAC – Crap Tgietschen / Rotstock: T4, stellenweise T5 (weglos, teilweise ohne Markierung, Kletterstellen mit Fixseilen, abschüssige Felsplatten, Gletscherquerung, steile Schutt- und Geröllhalden, Querung sehr abschüssiger Berghänge, schwieriges Blockgelände)
Crap Tgietschen / Rotstock – Panixerpass / Pass dil Veptga: T3 (teilweise weglos, zunächst unmarkiert)
Panixerpass / pass dil Veptga – Carauns: T2 (guter Bergweg)
Carauns – Bifertenhütte AACB: T3 (teilweise weglos, Gelände nicht besonders schwierig, aber sehr schlecht markiert, anspruchsvolle Querung zweier Rinnen)
Wegmarkierung
Der Aufstieg von der Martinsmadhütte SAC bis zum Vorabgletscher ist weiss-blau-weiss markiert. Der Gletscherübergang ist nicht markiert. Über den Bündner Vorab gibt es wieder weiss-blau-weisse Markierungen, die jedoch bald aufhören. Der weitere Routenverlauf bis kurz nach dem Gipfel des Crap Tgietschen / Rotstock ist weglos und nicht markiert, soll angeblich aber demnächst markiert werden. Der Abstieg zum Panixerpass / Pass dil Veptga ist inoffiziell mit blauen Zeichen markiert. Ab dort ist die Route weiss-rot- weiss markiert, allerdings sehr schlecht, sodass immer wieder der richtige Weg gesucht werden muss.
Streckenlänge
22,4 km
Karten
Landeskarte der Schweiz 1:50000: 246 Klausenpass, 247 Sardona
Landeskarte der Schweiz 1:25000: 1174 Elm, 1193 Tödi, 1194 Flims / Flem
Einkehrmöglichkeiten
keine
Übernachtungsmöglichkeiten
Panixerpasshütte (unbewartete Schutzhütte)