Etappe 3: Cresta-Biwak SAC - Rifugio Andolla CAI
Die Dritte Etappe führt vom Cresta-Biwak SAC zur italienischen Rifugio Andolla CAI. Es handelt sich um die anspruchsvollste Etappe der Tour. Zunächst geht man weglos zurück in den Antronapass / Passo di Saas. Hier steigt man nun auf italienischer Seite ab zum Lago di Cingino. Unterhalb dieses Stausees muss man durch einen über 2 km langer Stollen, der teilweise eng und niedrig ist. Nicht überall kann man aufrecht gehen. Es folgt ein sehr steiler Anstieg zu einem weiteren Stausee, dem Lago di Camposecco. Von hier steigt man auf zum Passo delle Coronette. Bereits der Zustieg zum Felsriegel der Coronette führt durch steiles Blockgelände, schliesslich muss jedoch noch der Pass über einen steilen Kamin erklettert werden, ein sehr anspruchsvoller, alpiner Abschnitt. Der folgende Abstieg führt durch eine wilde und einsame Gegend, ist häufig weglos, aber auch sehr abwechslungsreich: zunächst Schutt- und Geröllhalden und Schneefelder, später Schrofen und Wiesen und schliesslich Büsche und Bäume. Zum Schluss folgt ein kleiner Gegenanstieg über schmale und teilweise fast zugewachsene Pfade zur nächsten Hütte, diesmal wieder bewartet.
Routenverlauf
Cresta-Biwak SAC – Antronapass / Passo di Saas – Alpe Corone – Lago di Cingino – Alpe Croppe del Lago – Lago di Camposecco – Passo delle Coronette – Lago Ciapivul – Alpe Camasco – Rifugio Andolla CAI
Höhenangaben
Ausgangspunkt: Cresta-Biwak SAC 3032 m
Zielpunkt: Rifugio Andolla CAI 2052 m
Aufstieg: 0753 m
Abstieg: 1733 m
Höchster Punkt: Cresta-Biwak SAC 3032 m
Tiefster Punkt: bei der Alpe Camasco 1950 m
Gehzeiten
Cresta-Biwak SAC – Antronapass: 20 min 25 min
Antronapass – Lago di Cingino: 1 Std. 30 min 1 Std. 15 min
Lago di Cingino – Lago di Camposecco: 1 Std. 40 min 1 Std. 40 min
Lago di Camposecco – Passo delle Coronette: 1 Std. 20 min 1 Std. 5 min
Passo delle Coronette – Alpe Camasco: 1 Std. 55 min 1 Std. 30 min
Alpe Camasco – Rif. Andolla CAI 40 min 45 min
Insgesamt: 7 Std. 25 min 6 Std. 50 min
Wegbeschreibung
Abstieg zurück in den Antronapass / Passo di Saas
Der Abstieg vom Cresta-Biwak (3032 m) zum Antronapass / Passo di Saas (2837 m) erfolgt auf gleicher oder ähnlicher Route wie der Aufstieg am Vortag (s. Karte bei Etappe 2). Wer die Schneefelder im Abstieg etwas mehr nutzen möchte, kann zunächst etwas gerader abwärts gehen und dann weiter unten wieder nach links queren. Schliesslich sollte man wieder den Höhenweg von der Heitbodme erreichen und auf diesem in den Pass gelangen.
Abstieg zum Lago di Cingino
Vom Pass links an einem grossen Stein vorbei (auf dessen rechten Seite man Vortag von der Jazzilücke heruntergekommen ist). Zunächst kurz rechts eben wenige Meter parallel zum Pfad vom Vortag. Bald etwas abwärts auf italienischer Seite. In steilem Gelände am Hang entlang. Um eine Kehre und weiter unten zurück. Nach einer weiteren Kehre in engem Zickzack durch felsiges Gelände abwärts. Den rot-weissen Markierungen und der Wegnummer C0 folgen. Bald links halten, eine steile Halde hinunter. Ein ebenes Stück queren und weiter im Zickzack abwärts. Links hinüber über eine Ebene Richtung eines kleinen Sees (Lago di Cingino Superiore). Noch vor dem See aber wieder rechts abwärts. Nun über einen angenehmen Wiesenpfad in Serpentinen hinunter. Nach einem steileren Stück führen die Wegspuren etwas nach links, aber immer noch mit Kehren durchzogen. Man beachte die Markierungen, man kann hier leicht den Weg verlieren. Hinunter in die Alpe Corona (2463 m). In der Hochebene einen Bach überqueren. Weiter recht eben. Einen weiteren Bach queren. Weiter geradeaus. Bald in sehr felsiges Gelände. Auch dort nochmal einen Bach direkt unterhalb eines kleinen Wasserfalls queren. Auf gutem Weg durch die Felsen. Bald wieder abwärts. Durch die Steilflanke oberhalb des Lago di Cingino. Nach kurzem zickzack wieder parallel zum Hang, immer abwärts. Bald wieder auf Wiesen und zwischen Sträuchern hindurch. Zu einer Ruine hinunter. Auf einer Steinmauer entlang zum Wegweiser Diga di Cingino. Kurz vor dem Wegweiser links, die Mauer verlassen. Hinauf zu einem Haus. Zwischen den Häusern hindurch und hinunter zur Staumauer des Lago di Cingino (2250 m).
Durch den Stollen und Aufstieg zum Lago di Camposecco
Die Staumauer überqueren. Direkt danach scharf rechts, bergab. Kurz am Hang entlang, dann rechts über eine steile Treppe hinunter. Unterhalb der Staumauer wieder scharf links auf einen Höhenweg. Diesem aus dem kleinen Tal heraus folgen. Um eine Linkskurve und weiter auf gut befestigtem Weg am Hang entlang über die Alpe Croppi del Lago. Am Ende des Weges in den Stollen. Links neben der Türe befindet sich ein Lichtschalter, eine Stirnlampe ist trotzdem empfehlenswert. Zunächst ein kurzes Stück im Stollen steil abwärts, dann links und recht flach der Wasserleitung folgen. Der gesamte Stollen ist eng und niedrig, immer wieder gibt es Stellen, an denen man nicht ganz aufrecht gehen kann, es besteht Stossgefahr für den Kopf. Offiziell ist ein Helm empfohlen. Ausserdem ist der Boden häufig nass und kann etwas rutschig sein. Der Stollen ist etwas mehr als 2 km lang. In der Mitte zweigt rechts ein anderer Tunnel ab, man folgt aber weiterhin der Leitung. Kurz vor Ende gibt es ebenfalls rechts eine Abzweigung. Hier geht man ebenfalls geradeaus, den engeren Weg, an der Leitung entlang und kurz darauf links wieder ins Freie (Pt. 2515 m). Wenige Meter steil hinunter zu einem Haus, dann auf gut ausgebautem Weg am Berg entlang. Immer dem Höhenweg folgen. Teilweise ist der breite Weg etwas zugewachsen und man geht am rechten Rand auf der Mauer, teilweise gibt es eine Pfadspur. Immer dem alten Fahrwegfolgen, mehrere Bäche überqueren. Schliesslich erreicht man die Trasse einer ehemaligen Standseilbahn. Auf dieser steil nach oben. Immer direkt neben oder auf der betonierten Trasse. Zunächst sehr steil, dann ein Stück etwas flacher, anschliessend nochmals sehr steil. An der ehemaligen Bergstation über eine Treppe weiter hinauf. Rechts halten zur Bergstation einer Luftseilbahn. Hier links nach hinten zur Staumauer des Lago di Camposecco (2325 m).
Aufstieg zum Passo delle Coronette
Die Staumauer überqueren. Danach rechts und gleich wieder links auf einen breiten Weg. Direkt nochmals links und gleich wieder links zum See. Hier rechts den Wegspuren folgen. Kurz am See entlang, dann rechts aufwärts. Zunächst steil durch die Wiesen auf engem Pfad. Man gewinnt schnell an Höhe. Bald nochmals etwas rechts in felsigeres Gelände. Nun mehr oder weniger geradewegs den Hang hinauf. Zunächst noch teils auf Gras, teils auf Felsplatten, bald in steilen Blockfeldern. Man beachte die rot-weiss-roten Markierungen. Zwischendurch nochmals etwas links halten, dann wieder direkt hinauf bis unter den Felsriegel der Coronette di Camposecco. Hier nun an einer Kette entlang steil aufwärts. Zunächst noch durch steile Schrofen, dann in steiler Kletterei einen langen Kamin hinauf. Eine kurze sehr steile Stelle mit Hilfe der Kette überwinden. Weiter den Kamin hinaufklettern bis in den Passo delle Coronette (2677 m).
Abstieg zur Alpe Camasco
Auf der anderen Seite zunächst wenige Meter sehr steil hinunter, dann wird das Gelände etwas flacher. Durch Schutt und Geröll abwärts. Den Markierungen folgen. Diese verzweigen sich, hier wählt man die rechte Route. Die Wegweiser an Steinen sind kaum sichtbar, wenn man von oben kommt. Zunächst durch Geröll, später über mit Steinen durchzogene Schutt- und Grashalden abwärts. Wegspuren gibt es selten, die Route ist aber markiert. Man achte auf die rot-weissen Markierungen. Bald in ein kleines Tal hinein und dort steil hinunter Richtung Lago Ciapivul o Turiggia (2390 m). Etwas links des Sees bleiben, zu einem kleinen See. Rechts an diesem vorbei und danach links zu einem Wegweiser auf einem Felsen. Weiter über eine kleine Hochebene, dann wieder abwärts. Es gibt nun mehr Wegspuren, man achte weiterhin auf die Markierungen. Einen Bach queren und an diesem entlang ein Stück absteigen. Dann wieder rechts über den Bach und ein Stück am Hang entlang queren, dabei jedoch immer noch steil absteigen. Bald wieder links hinunter in ein enges Tal. Auf dem Talgrund am, teilweise im Bach weiter absteigen. Bald rechts den Markierungen aus dem Bachbett hinaus folgen. Auf schmalem Weg zwischen Büschen hindurch. Bald auf einen kleinen Rücken. Auf diesem zwischen Sträuchern abwärts. Bald in sehr zugewachsenes Gelände. Zwischen hohen Sträuchern steil hinunter. Immer der Wegspur folgen. Bald etwas links auf eine Lichtung. Hier verliert sich der Weg. Leicht links halten und dann rechts hinunter zum Bach. Am Bach entlang abwärts. Bald queren die Markierungen mehrerer zusammenfliessender Bäche. Aufgrund von unterhöhlten Schneefeldern und starker Strömung war die Bachquerung hier nicht möglich. Etwas links aufwärts am Bach entlang, dann queren, immer noch etwas heikel. (Weiter unten wird es nicht einfacher, da der Bach weiterhin steil ist und man auf der aktuellen Seite kein flacheres Gelände erreichen kann). Zurück auf der offiziellen Route weiter abwärts. Nochmals über kleine Bäche. Nin links vom Tal über Wiesenwege abwärts. Man geht zwar hinunter, bleibt aber immer mehr oberhalb des Talgrunds. Nach einer weiteren Bachquerung verlieren sich die Wege etwas. Man geht über Wiesen in die Alpe Camasco (1967 m).
Gegenanstieg zur Rif. Andolla CAI
Hier beginnt ein Pfad, der an steilem Hang entlang Richtung Rif. Andolla CAI führt. Die Beschilderung ist wieder an unterschiedlichen Steinen angebracht und nicht ganz eindeutig. Wichtig ist, dass man den am Hang entlang aufwärts führenden Pfad erwischt. In steilem Gelände zunächst noch recht eben auf teilweise zugewachsenem schmalem Pfad. Bald steiler links hinauf. Oberhalb eines Wasserfalls einen Bach queren. Weiter steil hinauf, nun au guter Wegspur. Bald wieder etwas flacher und teilweise leicht bergab über die Bergwiesen. Immer geradeaus hinüber zur Rif. Andolla CAI (2052 m).
Abkürzmöglichkeiten
keine
Weitere Informationen
Schwierigkeit
Cresta-Biwak SAC – Antronapass / Passo di Saas: T3 (weglose und nicht markierte Schnee- und Geröllfelder)
Antronapass / Passo di Saas – Lago di Camposecco: T2, stellenweise T3 (meist ordentliche Bergwege, stellenweise weglose Abschnitte und sehr steile Abschnitte, einfache Blockfelder, enger und niedriger Stollen)
Aufstieg zum Passo delle Coronette: zunächst T4, im oberen Bereich T5, eine Stelle T6 (zunächst steile Blockfelder, im oberen Bereich mit Ketten gesicherter, aber steiler Kamin, Kletterei, kurze sehr steile Stelle in diesem Kamin)
Passo delle Coronette – Rif. Andolla CAI: T3 (häufig weglos, zunächst Schutthalden und einfaches Blockgelände, teilweise ausgesetzte Wege, schwierige Bachquerungen, schmale und sehr steile Pfade)
Wegmarkierung
Der Abstieg vom Cresta-Biwak SAC zum Antronapass / Passo di Saas ist nicht markiert. Auf italienischer Seite sind alle Routen rot-weiss markiert, teilweise finden sich auch gta-Markierungen. Im Abstieg zum Lago di Cingino folgt man zusätzlich der Wegmarkierung C0. Im Bereich Alpe Camasco ist die Route stellenweise nur spärlich markiert.
Streckenlänge
15,6 km
Karten
Landeskarte der Schweiz 1:50000: 284T Mischabel
Landeskarte der Schweiz 1:25000: 1329 Saas, 1349 Monte Moro
Einkehrmöglichkeiten
keine
Übernachtunsmöglichkeiten
Bivacco Cingino CAI, Bivacco Camposecco CAI